ass Doms sich gern den Luxus erlauben, mit mehreren Subs parallel
zu spielen, ist bekannt. Aber es gibt auch Subs, die den Spieß umdrehen und
sich nicht mit einem Dom zufrieden geben. Sie leisten sich mehrere Doms zur
gleichen Zeit. Gründe dafür mag es verschiedene geben.
Es gibt Subs, die sind mit ihrem Single-Leben durchaus zufrieden. Für sie ist
eine feste Beziehung zu einem einzelnen Dom nicht erstrebenswert - hin und
wieder zu spielen, reicht ihnen voll und ganz. Also suchen sie sich unter den
verfügbaren Doms einen Spielpartner aus. Nachdem sie eine Weile miteinander
gespielt haben, suchen sie sich einen anderen - aber was sollte sie davon
abhalten, nicht hin und wieder zum ersten zurückzukehren, so lange für alle
Beteiligten klar bleibt, dass Sub niemandes Besitz ist?
Oder sie wollen schon etwas Regelmäßiges, aber sie finden nicht den einen
Dom, der ihnen alles gibt, was sie wollen. Der eine schlägt gern, hält aber
nichts von Devotismus, der andere versteht es, Sub zu erziehen und zu
bestrafen, der nächste kann kunstvoll mit Seilen umgehen. So besucht Sub mal
diesen und mal jenen und holt sich, was er braucht.
Schwierig könnte es nur dann werden, wenn die Anweisungen der Doms an den Sub
einander widersprechen: Was tut Sub, wenn der eine Dom ihm befiehlt, bis zum
nächsten Treffen keinen Sex zu haben, der andere Dom aber auf sexuelle
Handlungen besteht? Oder der eine Dom Sub Striemen zufügt, der andere aber
über solche "Gewalt" entsetzt ist?
Doms scheinen im allgemeinen nichts dagegen zu haben, ihren Spielpartner zu
teilen. Trotzdem gilt auch für Subs: Reden ist Silber, Schweigen ist Gold.
Doms sind sicher dankbar für Hinweise und Ratschläge über die Spielweisen
anderer Doms, aber Schwärmereien sollte man sich verkneifen. Doms sind
bekanntlich auch nur Menschen, und Menschen sind verletzlich. Es ist nicht
notwendig, sie mit der Nase darauf zu stoßen, dass andere Doms "besser" sind.
Das sind sie nicht - sie sind anders, vielleicht auch erfahrener. Aber wir
alle lernen jeden Tag dazu.
Dieses Thema wurde schon unter Teile und herrsche, Teil
2 beschrieben. Sub kann durchaus mit seinem Dom zufrieden sein, aber was
tun, wenn die Situation auftritt, dass Sub den Wunsch nach anderer
Behandlung, anderen Praktiken verspürt? Es mag kränkend für Dom sein, wenn
Sub diesen Wunsch in einem Tonfall äußert, der bei Dom das Gefühl aufkommen
lässt, Sub habe an seinem Dom irgendetwas auszusetzen. Jedoch kann kein Dom
jede Praktik beherrschen, oder er möchte seinen Sub nicht so dominant oder
sadistisch behandeln, wie dieser es gern hätte.
Jeder Sub muss selbst für sich entscheiden, ob er seinen Wunsch unbedingt
durchsetzen will, nur um seine Phantasien erfüllt zu bekommen - oder ob ihm
die Beziehung zu seinem Dom wichtiger ist, sofern er das Risiko sieht, dass
sein Dom zwar nachgibt, aber nicht wirklich damit glücklich ist. Oder wärest
du begeistert, wenn dein Dom sich für seine Phantasien einen anderen Sub
sucht? Bist du bereit, deinem Dom mitzuteilen, dass du mit einem anderen
spielen willst, weil dieser dir gibt, wonach du dich sehnst? Solltest du
vielleicht eher versuchen, deinen Dom neugierig zu machen und zu überzeugen,
etwas Neues auszuprobieren, wenn auch mit Hilfe und Anleitung? Gib ihm die
Chance. Er achtet schließlich auch deine Tabus und Grenzen. Und außerdem -
Doms haben die Angewohnheit, die Ideen ihrer Subs zunächst abzulehnen und
später als ihre eigenen zu präsentieren. Man muss ihnen nur genug Zeit und
ihre Würde lassen. Sie sind nicht unsere Erfüllungsgehilfen.
Auf den ersten Blick ein sehr großzügiges Angebot: "Ich habe gar nichts dagegen, wenn du dich mit jemand anders triffst, wenn ich keine Zeit für dich habe." Sub bekommt einen Freibrief für Untreue, die Erlaubnis für Sex und/oder Spiel mit einem anderen. Aber ist dieses Angebot für Sub wirklich ein Grund zur Freude? Eher gehen ihm wohl zwei Gedanken durch den Kopf.
Natürlich braucht Sub kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn er das Angebot seines Doms annimmt und sich zwischendurch mit einem oder mehreren anderen trifft. Aber ein schlechtes Gefühl hat er vermutlich doch, je nachdem wie tief seine Gefühle für seinen Dom sind. Manche Menschen möchten einfach treu sein - sie empfinden einen Freibrief zum Fremd-Spielen eher als Herabsetzung. Für sie ist die Idee, all diese perversen Dinge mit einem anderen als ihrem geliebten Dom zu tun, schon unvorstellbar. Diese auch noch mit dem Einverständnis dieses Doms zu tun, ist geradezu unmoralisch.
Ist das Verhältnis "Dom und mehrere Subs" eins zu eins umkehrbar? Sicherlich nicht, wenn Sub passiv bleiben möchte und einen oder mehrere aktive Doms wünscht. Aber mit Respekt und Taktgefühl sollte es möglich sein.