ast du erst einmal festgestellt, dass du zur Spezies der Subs
gehörst, wirst du deine neuentdeckte Neigung früher oder später in die Tat
umsetzen wollen. Vielleicht möchtest du erst ein bisschen testen,
ausprobieren, experimentieren, bis du herausgefunden hast, was du wirklich
möchtest und wie devot und/oder masochistisch du tatsächlich bist. Vielleicht
suchst du aber auch gleich nach einem Menschen, (zu) dem du gehören möchtest.
Aber - woher nehmen und nicht stehlen?
Orte, an denen Doms gesichtet worden sind
Die meisten SM-Portale (siehe Verzeichnis) bieten Chats an. Hier kann man sich
unverbindlich unterhalten und ein bisschen flirten, ohne gleich allzu viel
von sich preisgeben zu müssen. Chats unterscheiden sich grundsätzlich
voneinander: Die einen sind eher Bagger-Chats, in denen man auf Fakes und
pubertierende Jünglinge trifft - hier kann man seine Schlagfertigkeit üben,
aber zu mehr sind diese Chats nicht nutze.
Die anderen, die man in den Portalen findet, sind persönlicher, intimer, und
oft kennen sich viele der Chatter persönlich. Der Nachteil ist, dass man
einige Zeit braucht, um als "Neuer" wahrgenommen und akzeptiert zu werden.
Das liegt aber sehr an einem selbst - Doms, die gnaden- und sinnlos
anbaggern, werden bald ignoriert; Subs, die allzu sehr auftrumpfen und
durchblicken lassen, dass sie unbedingt verhauen werden wollen, werden nicht
ernst genommen. In diesen Chats steht erst der Mensch und dann die Neigung im
Mittelpunkt - dass man suchen oder gefunden werden will, wird stillschweigend
vorausgesetzt, sofern man in nicht festen Händen ist. Der Vorteil liegt
darin, dass man von anderen Subs leicht erfahren kann, ob dieser oder jener
Dom hält, was er verspricht, und auf Chattertreffen oder anderen
Zusammenkünften kann man seinen Auserwählten auf neutralem Boden und unter
dem Schutz der Gemeinschaft kennen lernen. Hat man einige Zeit miteinander
gechattet, kann man für intimere Gespräche auf das Chatprogramm
ICQ ausweichen. (siehe auch
Chatiquette)
Manche Portale bieten auch Kontaktanzeigen an. Hier kann man sich als
Suchender eintragen, indem man sich und seine Neigung beschreibt, oder man
liest selbst in den Anzeigen. Möchte man auf eine Anzeige antworten, schreibt
man eine Email, die bei manchen Partnervermittlungen zur Sicherheit erst an
das Portal geschickt und erst dann an den Empfänger weitergeleitet wird.
Der Vorteil einer Kontaktanzeige liegt darin, dass man nicht lange um den
heißen Brei herumreden muss - allein durch die Aufgabe oder Beantwortung
einer Anzeige ist klar, dass man zum Spielen oder mehr bereit ist. (FemDoms
legen bei "Bewerbungsschreiben" männlicher Subs gesteigerten Wert auf eine
höfliche Anrede. "Werte Dame, gestatten Sie, dass ich mich Ihnen vorstelle:
Ich bin Paul und bitte darum, von Ihnen erzogen zu werden" ist besser als
"Tach, ich bin Paul. Was bietest du denn so?")
Durch näheren Kontakt per Email oder ICQ kann man sich austauschen, ob die
Wünsche und Neigungen tatsächlich übereinstimmen. Der Nachteil liegt sicher
darin, dass, im Gegenteil zu einem Chat, vermutlich niemand aus dem
SM-Bekanntenkreis den anderen persönlich kennt - jede angebotene Referenz
kann ein Betrug sein, und man geht ein Risiko ein, wenn man nicht zufällig
gemeinsame Bekannte hat, die bereitwillig Auskunft geben sollten. Für den
unerfahrenen Anfänger eher gefährlich, da er leichter zu Dingen zu überreden
ist, von denen ihm in einer erfahrenen Gemeinschaft abgeraten werden würde!
Gerade weibliche Subs müssen ihren ganzen Mut zusammennehmen, um allein in
die "SM-Öffentlichkeit" zu treten. Es ist leichter, man trifft sich erst
einmal mit einer anderen Frau zum Kaffee und geht dann gemeinsam zum
Stammtisch. Aber auch submissive Männer müssen sich überwinden, um den
Schritt in die Öffentlichkeit zu tun, um sich als passiver SMler zu outen.
Stammtische treffen sich meist in einer
normalen Kneipe oder einem Restaurant, die Teilnehmerzahl ist
unterschiedlich. Dabei spricht man über Gott und die Welt, aber auch über SM.
Der große Vorteil an einem Stammtisch ist - man lernt gleich reale Menschen
kennen. Von Stammtischen aus werden oft Fahrten zu Partys oder anderen Events
arrangiert, und man wird auf diese Weise leicht in die Gemeinschaft
aufgenommen.
Auch zu einer Party wird man bzw. frau kaum
allein gehen wollen - die Hemmschwelle ist zu groß. Während ein Stammtisch
noch im Licht der Öffentlichkeit stattfindet, begibt man sich auf einer Party
gleich auf die "dunkle Seite". Man hört, dass dort alle im Outfit
herumlaufen, manche auch im Bondageseil oder nackt, und dass in den
Spielräumen gespielt wird. Man traut sich nicht so recht, sich in Lack, Leder
oder Latex zu werfen, und man zögert, Leuten beim Spielen zuzusehen. Aber das
ist halb so wild: Zum einen tut es schwarze oder fantasievolle Kleidung auch,
nur wenige Partys haben einen so strengen Dresscode (= Kleidervorschrift),
der die Teilnehmer zum Tragen bestimmter Kleidung zwingt. Nur auf Jeans und
Turnschuhe sollte man möglichst verzichten.
Zum anderen sind die Spielräume in den meisten Locations so abgetrennt, dass
man nicht gezwungen wird, zuzusehen - man kann sich durchaus den ganzen Abend
an der Theke aufhalten und von Peitschen und dergleichen nichts zu sehen
bekommen. Jedoch gibt es einen guten Grund, warum die Leute in der
Öffentlichkeit spielen - sie wollen, dass man ihnen zusieht. Sie wollen ihre
nackten Körper und ihre Fertigkeiten mit der Peitsche zeigen, und es macht
sie scharf, wenn sie dabei beobachtet werden. Daher muss man sich auch nicht
schämen, wenn man hinguckt. Viele Leute gucken gern zu und genießen, was sie
sehen. Das ist keine Schande, es gehört dazu. Aber du musst nicht, niemand
kann und wird dich zwingen. (siehe auch Let's go party)
zu den Spielregeln ![]()