Teile und herrsche - Des Doms Sicht auf Sub, SM und Sex
- These 1: Der Dom an sich wünscht sich, mit einem anderen Sub als
dem eigenen zu spielen.
- These 2: Der Dom an sich hat nichts dagegen, wenn der eigene Sub
mit einem anderen Dom spielt, vorausgesetzt, er kommt anschließend wieder
brav nach Hause.
m Missverständnissen vorzubeugen - nicht beide Thesen treffen auf
alle Doms zu. Auf einen großen Teil wird nicht einmal eine zutreffen. Diese
haben mit ihrem einzigen Sub genug zu tun und haben nicht das Bedürfnis, mit
einem anderen zu spielen. Aber es gibt auch den kleinen Teil, der das anders
sieht, und von jenen soll hier die Rede sein.
Zu These 1
SM
Warum wollen Doms mit einem festen Spielpartner trotzdem noch mit einem
anderen Sub spielen? Mögliche Antworten:
- Neugier auf einen anderen Körper, auf andere Reaktion als die des
eigenen Subs
- Der eigene Sub hat Tabus, die der andere Sub nicht hat
- Es reizt Dom, mit zwei Subs gleichzeitig zu spielen bzw. ihnen beim
Spielen zuzusehen
- Sie wissen es selbst nicht, es ist einfach so
- Es ist das Recht des Doms zu tun, was er will. Also tut er es, oder
möchte es zumindest tun.
Welcher der Gründe nun zutrifft, ist zunächst zweitrangig. Das Ergebnis ist,
dass Dom sich jemanden - oder mehrere - sucht, mit dem er ab und zu spielt.
(Hinweis: Das Thema "Zweitsub" wird an anderer Stelle behandelt. Hier geht es,
wie gesagt, um "ab und zu") Allerdings ist der Ort des Geschehens von den oben
genannten Gründen abhängig - entweder in der Wohnung des Doms oder der des
anderen Subs. Daraus resultiert die Frage: Ist die feste Sub des Doms anwesend
oder nicht? Geht Dom aus und berichtet später alles haarklein (oder auch
nicht) oder darf bzw. muss Sub zusehen bzw. mitmachen?
Es zeugt von Vertrauen, wenn Sub Dom ziehen lässt. (Safer Sex zu betreiben,
sofern Sex überhaupt stattfindet, sollte selbstverständlich sein.) Dom geht
sich ja nur austoben, testet seine Peitsche auf anderer Haut, probiert eine
andere Praktik aus. Anschließend kommt er nach Hause, und je nach seinem
Mitteilungsbedürfnis und Subs Neugier erzählt er, was er getan hat und wie es
für beide war. Nun liegt es an Sub, wie er damit umgeht.
- Freut er sich, dass Dom seinen Spaß hatte? Zieht er für sich Erregung
aus der Erzählung und der Vorstellung des Spiels? Wird er neugierig auf
Praktiken, die bisher zu seinen Tabus gehörten? Hört er sich die Sorgen des
anderen Subs an, hilft er beim Auffangen bzw. bei Durchhängern?
- Oder ist er eifersüchtig, obwohl er weiß, dass das Spiel mit dem anderen
Sub ihm selbst nichts wegnimmt? Fürchtet er, der andere Sub befriedigt Dom
besser als er selbst? Traut er den Erzählungen seines Doms nicht, oder weiß
er nicht einmal genau, was Dom mit dem anderen Sub macht?
Trifft man sich zu dritt, weiß Sub Bescheid, was vor sich geht und kann davon
ausgehen, dass nichts hinter seinem Rücken geschieht. Dom spielt mit beiden
Subs nacheinander oder gleichzeitig, und/oder die Subs spielen miteinander,
wenn gleichgeschlechtliche Neigungen vorhanden sind bzw. die Subs den Befehlen
ihres Doms Folge leisten. Dom hat mehr Möglichkeiten. Wie kommt Sub damit
zurecht?
- Sieht er im anderen Sub einen Freund und Vertrauten, dem er alles
erzählen kann, auch Dinge, die Dom nicht wissen sollte, gerade weil der
andere genau weiß, wovon die Rede ist, weil er Dom und seine Art zu spielen
kennt? Erregt es ihn, Dom mit einem anderen Sub spielen zu sehen und/oder
selbst mit ihm zu spielen? Entdeckt Sub vielleicht einen Hang zum
Switchen in sich, den er mit
diesem Sub ausprobieren kann, weil es "in der Familie" bleibt?
- Oder bleibt bei aller Sympathie das unterschwellige Gefühl der
Eifersucht? Kann er es nicht ertragen, Dom mit dem anderen zusammen zu
sehen, und gibt er dem Drängen des Doms nach gemeinsamem Spiel nur
widerwillig nach?
Sex
Worauf beschränkt sich das Spiel mit dem anderen Sub?
- Auf Handlungen wie Schlagen, Demütigen, Wachs, bei denen der Dom den
Körper des Subs nur indirekt berührt?
- Berührt er Brüste und Geschlechtsteile, zum Zufügen von Schmerz oder zur
Befriedigung, oder lässt er sich berühren, zur Demütigung des Subs oder zur
eigenen Befriedigung? Nur mit den Händen oder auch oral?
- Oder findet Geschlechtsverkehr statt, und wenn ja, wie? Als Teil der
Unterwerfung, wobei ein Orgasmus auf beiden Seiten stillschweigend
beabsichtigt ist, oder als krönender Abschluss, mit zärtlichem Kuscheln,
Streicheleinheiten und Geflüster unter der Bettdecke?
Finden Berührungen oder gar Geschlechtsverkehr statt, offenbaren sowohl Dom
als auch Sub nicht nur ihre Körper, sondern auch ihre Intimsphäre. Dom lässt
einen anderen Menschen auf eine Art und Weise an sich heran, die bisher seinem
einzigen Sub zustand, oder er berührt einen anderen Menschen, wie er bisher
nur seinen Sub berührt hat. SM bedeutet nicht gleich Intimität, sonst würde
man(n) vermutlich nicht öffentlich spielen. Kommen jedoch sexuelle Handlungen
hinzu, in welcher Form und Ausprägung sei dahingestellt, geht das Spiel tiefer
- sofern der Sex überhaupt innerhalb des Spiels stattfindet.
- Kann Sub den Gedanken ertragen, dass Dom sich seine sexuelle
Befriedigung auch woanders holt?
- Erregt ihn das Zusehen beim Sex mit dem anderen Sub, und/oder möchte er
selbst nicht nur im Spiel, d.h. "auf Befehl" den anderen Sub berühren?
- Wäre es ihm lieber, wenn Dom sich seinen Appetit bei seinem anderen Sub
holt, aber zu Hause frühstückt?
- Ist es ihm recht, wenn Dom den anderen Sub berührt, solange es zum Spiel
gehört, möchte aber nicht, dass Dom sich berühren lässt?