enn Subs sich miteinander unterhalten, die einen festen (Spiel-)
Partner haben, kommen sie recht bald dahinter, dass sie alle etwas gemeinsam
haben - sie haben folgenden Dialog so oder so ähnlich schon einmal mit ihrem
Dom geführt:
Sub: "Ich würde gern mal SO (wie auch immer) spielen." Oder: "Kannst du DAS (was auch immer) mal mit mir machen?" Oder: "Ich würde gern DIESES Spielzeug (welches auch immer) ausprobieren."
Dom: "Mal sehen."
Sub: "Kann ich nicht auch mal einen Vorschlag machen?"
Dom: "Sicher kannst du Vorschläge machen. Aber ich entscheide, ob und wann ich sie durchführe."
Sub: "Warum?"
Dom: "Weil ich der Dom bin."
Doms weisen es weit von sich, der Erfüllungsgehilfe ihres Subs zu sein. Aber
was ist ein Erfüllungsgehilfe? Einer, der Sub genau das gibt, was Sub möchte,
damit dieser seinen Spaß hat und zu seiner Befriedigung kommt? Einer, der
nachfragt, was Sub gern hätte, und genau das und nichts anderes macht? Einer,
der Sub seine Wünsche erfüllt, sofort und auf der Stelle, und auf keinen Fall
das tut, was er selbst tun möchte - bzw. nicht tun möchte?
Wenn es das ist, was Doms unter einem Erfüllungsgehilfen verstehen, müssten
sie sich selbst denken können, dass es nicht das ist, was Subs sich von ihrem
Dom wünschen.
Aber wünschen sie sich einen Bestimmer? Einen, der zwar Safeworte und Tabus
achtet, ansonsten jedoch nicht auf seinen Sub eingeht? Einen, der nur das
Spielzeug benutzt, das ihm zusagt, die Praktiken durchführt, die ihm
gefallen, der von den Fantasien seines Subs nichts nichts wissen will? Einen,
der über den Ablauf des Spiels entscheidet und seinem Sub nicht einmal
zuhört, wenn dieser Vorschläge macht, nicht währenddessen, aber vorher oder
nachher?
So mögen sich manche Doms gern beschreiben. Zunächst hört sich das auch
logisch an - dominieren heißt herrschen, bestimmen. Aber das ist leider auch
nicht ganz das, was Subs sich unter einem Dom vorstellen.
Es gehört zum Wesen des Subs, dass er jederzeit willig und bereit ist, die
Anweisungen seines Doms auszuführen. Es steht ihm nicht an, zu diskutieren
oder sich ablehnend zu zeigen, außer er möchte Strafe herausfordern. Er weiß
durchaus, dass alle "Befehlsgewalt" vom Dom ausgeht. Aber muss Dom das denn
so wörtlich nehmen?
Subs haben absolut Verständnis dafür, dass ihr Dom, im Gegensatz zu ihnen
selbst, manchmal simpel keine Lust aufs Spielen haben darf. Er ist derjenige,
der bestimmt, ob und wann gespielt wird. So weit, so gut - aber wie wäre es
mit einer klitzekleinen Begründung statt einfach einem "Nein"? Mit einem "mir
ist heute nicht danach, es liegt nicht an dir?" Mit einem "Ich möchte nicht
deswegen heute nicht spielen, um dir zu zeigen, dass ich die Macht habe?"
Subs sind nun einmal selbständig denkende Wesen, auch wenn
Dom
diese Tatsache gern einmal verdrängen mag, und sie haben Verlangen nach dem
Spiel. Sie fühlen sich zurückgewiesen, wenn sie einfach ein "Nein" zu hören
bekommen, als seien sie den Launen ihres Doms ausgeliefert - und sie wissen
zu unterscheiden zwischen Spiel und der Zeit außerhalb.
Doms sollten begreifen, dass Subs Sehnsüchte, Wünsche und Fantasien haben,
und sie wollen zumindest wissen, warum ihr Dom nicht spielen möchte, wie und
wann sie es selbst möchten. Dies hat nichts damit zu tun, die Macht des Doms
zu untergraben. An einem Erfüllungsgehilfen liegt ihnen nichts, weil sie sich
unterordnen möchten. Aber nach einem Bestimmer, der nicht einmal den Mund
aufbekommt, um seinem Sub einen Grund zu liefern, warum er dies oder das
nicht möchte, steht ihnen auch nicht der Sinn, außer möglicherweise bei einem
gelegentlichen Spielpartner. Der Dom, der zu seinem Sub ein festes,
dauerhaftes Verhältnis hat, sollte begreifen, dass er es nicht mit einem Kind
zu tun hat, dem man keine Erklärung zu geben braucht.
Dem Dom ist nicht damit gedient, einen unglücklichen Sub zu haben. Mit ein
paar Worten lässt sich diese Unzufriedenheit, diese Enttäuschung schon aus
der Welt schaffen.