(Aus: www.lustschmerz.com)
ie einfache Antwort wäre, jemand, der einen anderen Menschen
unterwerfen und quälen möchte. So einfach ist es nicht. Unter den Doms gibt
es die "dominante" und die "sadistische" Variante. Eine kurze Erklärung:
Es mag Doms geben, die entweder nur dominant oder nur
sadistisch sind. Üblicherweise sind sie aber beides, und dies in
unterschiedlichem Ausmaß. Der vorwiegend dominante Dom nimmt die Gerte zur
Hand, um seinem Sub Gehorsam beizubringen, und der Sadist in ihm genießt es,
ihm Schmerzen zuzufügen. Der vorwiegend sadistische Dom möchte seinen Sub
unter den Schmerzen leiden sehen, aber er möchte ihn auch hilflos erleben.
Wie ausgeprägt diese oder jene Neigung beim Einzelnen ist, liegt bei jedem
selbst. Manche lieben es, während des Spiels ihren Sub mit Worten zu
demütigen oder zu befehligen, andere benutzen lieber nur die verschiedenen
"Hilfsmittel" und verzichten auf Worte. Außerdem kann sich die Ausprägung im
Laufe des Lebens ändern - wem es anfangs reichte, seinen Sub devot auf den
Knien zu sehen, der entdeckt vielleicht, wie erregend es ist, ihm Striemen zu
verpassen. Um die Sache völlig verwirrend zu machen - es gibt auch solche,
die hin und wieder masochistische Anwandlungen haben und sich von ihrem Sub
schlagen lassen.
Wichtig für Sub ist es, sich einen Dom auszusuchen, der zu den eigenen
Neigungen passt. Es macht keinen Sinn, dir heftige Schmerzen zufügen zu
lassen, unter denen du tatsächlich leidest, statt sie genießen zu können,
wenn du viel lieber auf den Knien am Halsband durchs Wohnzimmer kriechen
möchtest. Es wird dir nicht viel bringen, deinem Herrn als Fußbank zu dienen,
wenn du es liebst, den Po verhauen zu bekommen. Du kannst es deinem Dom
zuliebe natürlich trotzdem tun, wenn du das möchtest. Das liegt ganz bei dir.
Nur eines ist wichtig -
dass du glücklich und zufrieden mit dem bist, was du tust.
Anfangs bist du dir vielleicht selbst nicht im klaren, was du eigentlich bist
- devot oder masochistisch oder eben von jedem ein bisschen, mehr oder
weniger. Dann solltest du dir einen Dom aussuchen, der dir dabei hilft, deine
Neigung herauszufinden, einen Lehrer, der dir die verschiedenen Spielarten
des SM zeigt, ohne dich zu etwas zu zwingen, das du ganz und gar ablehnst. Du
wirst deine Tabus mitbringen - möglicherweise möchtest du keinen Analverkehr
oder französisch, du kannst es dir nicht vorstellen, vor deinem Dom auf den
Knien zu liegen, oder du willst nicht, dass man irgendetwas Schmerzhaftes mit
deinen Geschlechtsorganen anstellt. In Ordnung - das sind deine Tabus, die
dein Dom anzuerkennen hat.
Und du wirst Grenzen haben, die deine Leidensfähigkeit einschränken. Die
Schmerzen, die du kennen lernst, die Forderungen, die dein Dom an dich
stellt, sind dir fremd und kommen dir vielleicht undurchführbar vor. Dass du
Sub bist, bedeutet nicht, dass du alles und jedes sofort ohne nachzudenken
und ohne Gegenwehr mitmachst.
Im Gegenteil - der Dom an sich macht es sich mit Begeisterung zur Aufgabe,
die Grenzen des Subs zu verschieben. Das liegt in seiner Natur. Er hat seine
Fantasien, die er mit seinem Sub umsetzen möchte, und ein guter Dom wird das
mit liebevoller Erziehung und sanftem Drängen statt mit brutaler Gewalt oder
Liebesentzug versuchen. Wenn dein Dom dich sachte an und über deine Grenzen
führt, wenn er sich Zeit lässt, dich neugierig und scharf auf neues zu
machen, wirst du Sachen machen und machen lassen, die du dir anfangs nicht
vorstellen konntest, und du wirst das eine oder andere Tabu mit der Zeit
selbst fallen lassen wollen.
Trotzdem ist es dein gutes Recht als Sub, dass deine Tabus anerkannt werden.
Du brauchst dich zu nichts überreden oder gar zwingen zu lassen, das du
grundsätzlich ablehnst. Du wirst deine Tabus deinem Dom gleich zu Anfang
mitteilen, und er hat sie gefälligst zu beachten. Ein guter Dom wird den
Unterschied erkennen zwischen Tabus und verschiebbaren Grenzen. Wenn dir ein
Dom sagt: "Als guter Sub hast du dies oder jenes zu tun, sonst bist du kein
richtiger Sub" - Finger weg. Solche Exemplare ihrer Gattung tragen den Titel
"Dummdom", und das zu Recht.
Ein guter Dom ist dankbar für das Vertrauen und die Hingabe, die Sub ihm
schenkst, und er wird beides niemals ausnutzen. Er weiß das Geschenk zu
schätzen, das Sub ihm macht, und er wird niemals leichtsinnig damit umgehen.
Er wird dem Körper seines Subs nur soviel Schaden zufügen, wie Sub es selbst
möchte, und er wird Körper und Seele seines Subs niemals dauerhaft,
absichtlich und gegen besseres Wissen verletzen. Subs sind bereit, Schmerzen
zu ertragen und die Spuren davonzutragen, aber sie wollen nicht dauerhaft
geschädigt werden, weder seelisch noch körperlich.