Willkommen im Taubenzüchterverein

... mag sich mancher Neuling im BDSM denken, wenn er zum ersten Mal einer Gruppe von SMlern begegnet, z.B. auf einem Stammtisch, und das Miteinander-Umgehen der Anwesenden betrachtet.

Dass es Regeln gibt zwischen Sub und Dom, das bekommt der Neuling schon recht bald mit: Dom darf eine Menge (z.B. über Sub bestimmen), Sub darf eher weniger (z.B. Dom gehorchen). Diese Regeln hören sich ja interessant an und wären sicher auch nett anzuwenden, wäre man in einer Spielsituation oder auf Schloß Roissy. Aber oh Schreck: Es gibt SMler, die wenden diese Regeln auch an, wenn sie nicht spielen!


Für die einen mag die Einhaltung dieser Regeln im alltäglichen Leben, in der Interaktion mit einen SMlern ein Spaß sein. Sub tut so, als respektiere er Dom mehr, als diesem als Person zusteht, und Dom fuchtelt ein bisschen mit Worten herum. Ein Spaß - für die einen.

Die anderen hingegen sehen das Einhalten dieser Regeln nicht als Spaß an, sondern als Selbstverständlichkeit. Für sie sind diese Regeln Gesetz; gehört man zu den SMlern, hat man sie anzuwenden, basta. Für sie ist Dom ein Dom und Sub ein Sub, auch wenn man in Köln-Kalk in der Kneipe "Zum dreckigen Handtuch" seinen monatlichen Stammtisch abhält.


Es gehört zur Natur der Dinge, dass der in einer Hierarchie Obenstehende am meisten auf die Aufrechterhaltungen der Hierarchie achtet, und so wird Dom dafür sorgen, dass Sub sich verhält, wie Sub sich seiner Meinung nach verhalten sollte: Dom nicht ins Wort fallen, wissen, wo sein Platz ist und sich so devot zeigen, wie es sich für Sub gehört.

Das mag ja akzeptabel für die Subs sein, die das ebenso sehen. Jene jedoch, für die solche Regeln und Verhaltensweisen ins Spielzimmer und nicht in den Alltag gehören, werden sich fragen, wo sie hier eigentlich hingeraten sind. Ein solcher Sub sieht sich im Alltag als vollwertigen, selbstbestimmten Menschen und ganz bestimmt nicht als Menschen zweiter Klasse, der sich sagen zu lassen hat, wie er sich verhalten soll, nur weil er sich zufällig in der Gemeinschaft anderer SMler befindet. Er begreift nicht, dass ihm das Recht verwehrt wird, seine Meinung zu äußern, erst recht dann, wenn sie mit der Meinung eines anwesenden Doms nicht überein stimmt.

Möglicherweise verfügen jene Damen und Herren, die glauben, sie müssten auch in jeder alltäglichen Situation den Dom herauskehren, nicht über das nötige Selbstbewusstsein, einem anderen Menschen auf Augenhöhe zu begegnen. Möglicherweise sollte diese Herrschaften begreifen, dass es Sub überlassen bleiben sollte, wann er devot ist - und vor allem, wann nicht.

 
 
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