Tabu

Tabu ist ein polynesisches Wort, das vermutlich 1777 von dem Weltumsegler James Cook auf den Tonga-Inseln aufgegriffen wurde und nach Europa kam.
Ein Tabu ist ein Verbot. Mit einem Tabu können alle Gegenstände belegt sein, die in einem Zusammenhang mit der sakralen Sphäre gesehen werden. Die Tabuisierung eines Objekts kann während eines Ritus vollzogen werden. Die Tabuzone eines Gegenstands muss nicht für alle Menschen von gleicher Gültigkeit sein. Meistens gilt sie vorwiegend für "Normalsterbliche". Davon ausgenommen bzw. nur begrenzt betroffen sind häufig Priester, Häuptlinge und Älteste, von denen ja oft eine größere Nähe zum nicht weltlichen, heiligen Bereich angenommen wird.

Tabu (Psychologie)

Ein Tabu ist, kulturgeschichtlich betrachtet, ein uraltes Verbot, das sich gegen die stärksten Wünsche und Triebbedürfnisse des Menschen richtet. Dementsprechend besteht die Lust zu seiner Übertretung im Unbewussten fort, neben der gleichzeitigen Furcht und Scheu davor. Tabus haben Schutzfunktionen gegenüber aggressiven Impulsen, z.B. im ödipalen Kampf, bei libidinösen Wünschen (z.B. Inzesttabu) und bei der Berührung wichtiger Lebensakte wie Geburt, Sexualität oder Tod.
Das individuelle Tabu kann der Bewältigung einer heftigen Gefühlsambivalenz gegenüber dem Objekt des Triebimpulses dienen. So ist das Vatermordtabu Ausdruck der gleichzeitig bestehenden mörderischen und liebevollen Impulse gegenüber dem Vater. Folglich wirft das Verständnis des Tabus auch ein Licht auf die Natur und die Entstehung von Gewissensphänomenen.
CN

 
 
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