Perversion

Die so genannten Perversionen [lat. perversio = Umkehrung] oder sexuellen Abweichungen stellen eine besondere Art von Trieben dar. Sie unterscheiden sich von den Neurosen darin, dass die infantilen Partialtriebe in der Perversion nicht verdrängt sind, sondern gelebt werden. Es liegen aber andere Abwehrmechanismen wie Verleugnung der Realität, Ichspaltung, Verschiebung vor. Da die in der Neurose verdrängten Triebe im Falle der Perversion auf der Manifestationsebene liegen, kann Sigmund Freud sagen, die Neurose sei eine negative Perversion. Analog könnte man dann die Perversion das Negativ der Neurose nennen.

Ausdrücklich ist festzuhalten, dass Freud die Perversionen mit keinem Wort moralisch abwertet - im Gegenteil: Er fragt sich, ob die "normale" Sexualität eine Selbstverständlichkeit sei. Die psychoanalytische Forschung widersetzt sich mit aller Entschiedenheit dem Versuch, die Homosexuellen als eine besondere Gruppe von den anderen Menschen abzutrennen. Alle Menschen seien der gleichgeschlechtlichen Objektwahl fähig, hätten sie im Unbewussten auch vollzogen. Die Homosexualität steht hier als Exempel. Die meisten Perversionen finden sich beim Kind als normale Triebäußerungen, ehe sie auf der genitalen Entwicklungsstufe in der Beziehung zum gegengeschlechtlichen Partner integriert werden.
CN

 
 
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